Leichtbau für schwere Aufgaben.

Patrick Kim fasziniert es, unterschiedliche Materialien und Eigenschaften miteinander zu verbinden. Mit seinen Forschungsarbeiten im Team an der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa), bewies er, dass sich die Robustheit und Festigkeit von Stahlkabeln auch mit einem neuen, deutlich leichteren Material realisieren lässt: CFK – kohlenstofffaserverstärkte Kunststoffe. Ein patentiertes CFK-Kabel- und Verankerungssystem kam 1996 beim Bau der Storchenbrücke in Winterthur zum Einsatz. Als die Storchenbrücke eröffnet wurde, war sie die weltweit erste, in der CFK-Kabel zum Einsatz kamen. Der Vorteil: Dank des geringeren Gewichts hängen die Kabel bei gleicher Länge weniger durch. Das ermöglicht stabile Brücken mit potenziell doppelt so großen Spannweiten. Nicht nur beim Brückenbau hat das Material viele Vorteile.

Sichere Autos aus CFK.

Auch Sanierungen profitieren vom leichten Werkstoff: auf schwere Gerätschaften kann verzichtet werden und der Arbeitsaufwand ist geringer. Bei Patrick Kims aktuellem Arbeitgeber wurde CFK jetzt erstmals in einem Großserienfahrzeug eingesetzt. Der vollelektrische BMW i3 verfügt über eine crashsichere Fahrgastzelle aus CFK, wodurch das Gewicht der Batterie kompensiert wird. In der Fahrzeugentwicklung ist Patrick Kim unter anderem zuständig für Themen wie Werkstoffe, Betriebsfestigkeit, Nachhaltigkeit, Korrosion und Emissionen. Dafür muss man auch über den Tellerrand hinaussehen: „Wir fragen uns nicht nur, wie sieht das Auto von morgen aus, sondern auch: was könnte nach dem Auto kommen?"

„Ich sehe mich als Brückenbauer: zwischen unterschiedlichen Menschen, Denkweisen, Sprachen und Generationen.“

Das Beste aller Welten.

Den Blick aufs große Ganze hat Patrick Kim von klein auf verinnerlicht. Der Deutsch-Koreaner mit französischem Pass wuchs in Deutschland, Frankreich, den USA und der Schweiz auf. Aus den vielen Ländern und Kulturen nimmt Patrick Kim immer nur das Beste mit: „Daraus habe ich mir ein persönliches Best-of gebaut, eine Sammlung von kulturübergreifenden Leitfäden.”


Erfahrungen die er nutzt, um auch seinem Team immer wieder neue Impulse zu geben. Es geht dabei weniger um große Budgets, als um Engagement und neue Wege, das Wissen mit der Welt zu teilen: „Ich glaube, viele Dinge in der Welt hängen nicht von Geld ab, es hat damit zu tun, wohin wir unsere Aufmerksamkeit hinlenken. Es geht darum, dass jeder von sich sagen kann: ‚Ich habe ein bisschen Hilfe gekriegt, grundsätzlich um mir selbst helfen zu können. Jetzt ist Zeit zurückzugeben.‘ Ich glaube das ist es, was Ingenieure langfristig tun sollten.” Das heißt: interessiert bleiben, Sprachen lernen, Technik lernen und seine Zeit für andere geben.

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