Alles dreht sich um technische Herausforderungen.

Wer wie Holger Hahn an norddeutschen Binnengewässern aufgewachsen ist, der ist von Kindesbeinen an von Schiffen, Schleusen, Wehren und Brücken umgeben. Ihn faszinierte jedoch schon immer die Technik dahinter. Kein Wunder, dass der Wunsch, Ingenieur zu werden, schon früh für ihn feststand. Als Projektleiter und leitender Vertriebsingenieur Stahlwasserbau bei SCHORISCH Magis ist er heute für die Sanierung von Schleusen, Schiffshebewerken, Sperr- und Flutwehren und Brücken zuständig. Die Erneuerung der historischen Drehbrücke im mecklenburgischen Malchow gehört zu seinen ganz besonderen Projekten, "die Konstruktion einer Drehbrücke stellt hohe technische und logistische Anforderungen und genau das ist mein liebstes Terrain".

Und sie bewegt sich doch.

Die Drehbrücke von Malchow ist die älteste Drehbrücke Deutschlands und verbindet die Altstadt auf der Insel im Malchower See mit den Stadtteilen auf dem Festland. 2014 musste der Koloss aus 100 Tonnen Stahl aus Sicherheitsgründen ersetzt werden. Der Auftrag ging an die Spezialisten von SCHORISCH Magis mit Holger Hahn als leitendem Ingenieur. "Die Konstruktion ist an keiner Stelle gerade, mit ihrer elliptischen Form gleicht sie einem Segelboot, im Hinblick auf Statik, Schweißtechnik und Transport war das schon ein anspruchsvolles Projekt", erklärt er. Doch das Ergebnis kann sich sehen lassen. Die altehrwürdige Drehbrücke bewegt sich wieder und wurde sogar mit dem Publikumspreis zum Landesbaupreis 2014 ausgezeichnet. Vor allem die Anwohner freuen sich über ihre neue alte Brücke, erspart sie doch beim Pendeln zwischen Insel und Festland einen Umweg von gut 10 Kilometern.

"Stahl ist das ideale Material, um kreativ zu werden."

Ingenieur und Improvisationstalent.

Was Holger Hahn beim Stahlwasserbau so beeindruckt, ist nicht zuletzt die Vielseitigkeit des Materials Stahl.


"Im Gegensatz zu Holz ist Stahl unendlich formbar und erweiterbar, so kommt man immer wieder zu neuen Lösungen", erläutert der Ingenieur.


Doch um mit Stahl kreativ umzugehen, braucht man ein fundiertes Wissen. Was muss ich bei der Statik beachten? Welche Schweißtechnik ist nötig? In welche Bauteile muss die Konstruktion zerlegbar sein? All das muss er als Projektleiter wissen und verantworten. Nicht ohne Grund hat Holger Hahn parallel zu seinem Maschinenbaustudium an der Universität Rockstock eine Zusatzausbildung zum Schweißfachingenieur absolviert. „Natürlich ist es beruhigend, auf Kenntnisse aus dem Studium zurückgreifen zu können, aber im Zentrum stehen für mich immer die individuellen Anforderungen des Kunden, und da ist oft auch Erfahrung und Improvisationstalent gefordert“, resümiert Holger Hahn. Bedenkt man, dass es sich im Falle der Malchower Drehbrücke um einen Neubau handelt, der für die nächsten 100 Jahre fit gemacht wurde, kann man mit Recht behaupten, dass ihm und seinem Team der „Brückenschlag“ zwischen gestern und morgen gelungen ist.

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